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Lehrgänge für einen horizontalen Laufbahnwechsel gemäß § 21 Landesbeamtengesetz

Gruppe 4: Haupt- und Werkrealschullehrkräfte, die noch an Haupt- und Werkrealschulen eingesetzt sind, jedoch perspektivisch nicht mehr gemäß ihrem Statusamt eingesetzt werden können und deshalb an ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) wechseln wollen.

Bewerbungskriterien für den Lehrgang der Gruppe 4 für den Kurs 2018

Für das zweijährige Aufbaustudium können sich Haupt- und Werkrealschullehrkräfte bewerben, die noch an Haupt- und Werkrealschulen eingesetzt sind, jedoch perspektivisch nicht mehr gemäß ihrem Statusamt (d.h. an einer Haupt- und Werkrealschule bzw. Grundschule) eingesetzt werden können. Voraussetzungen für eine Bewerbung am Aufbaustudium für die Gruppe 4 sind:

  • Das zweite Staatsexamen und mindestens drei Jahre Berufserfahrung an einer Schule in Baden-Württemberg (als Zugangsvoraussetzung der Pädagogischen Hochschulen zum Aufbaustudium)
  • Eine aktuelle dienstliche Beurteilung mit mindestens der Note 2,0 (gut)

Wichtiger Hinweis:

Die nachstehenden Ausführungen beziehen sich auf das Bewerbungsverfahren 2018. Derzeit wird das Bewerbungsverfahren und die Konzeption des Lehrgangs gemeinsam mit den Pädagogischen Hochschulen überprüft. Die Ergebnisse werden im Anschluss hier veröffentlicht. Hinweis: Es sind keine Verschlechterungen im Vergleich zum Bewerbungsverfahren 2018 vorgesehen.

Teilnehmende Lehrkräfte erhalten eine Deputatsanrechnung von sechs Lehrerwochenstunden pro Jahr und verbleiben an ihrer aktuellen Schule. Seminarveranstaltungen finden grundsätzlich an den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg oder Ludwigsburg statt. Dezentrale Veranstaltungen sowie Selbstlernphasen ergänzen das zweijährige Aufbaustudium.

Bewerbungsverfahren

Haupt- und Werkrealschullehrkräfte, die Interesse an vorgenanntem Aufbaustudium haben, können sich an die Staatlichen Schulämter wenden und von diesen prüfen lassen, ob die Bewerbungskriterien erfüllt werden. Darüber hinaus können die Staatlichen Schulämter in Frage kommende Haupt- und Werkrealschullehrkräfte hinsichtlich der möglichen Teilnahme am Lehrgang für die Gruppe 4 informieren.

Die Staatlichen Schulämter haben folgende Aufgaben:

  • Sie beraten Lehrkräfte, die sich an das für sie zuständige Staatliche Schulamt wenden, über mögliche berufliche Perspektiven und beziehen hierbei die Gruppe 4 mit ein.
  • Im Rahmen ihrer Personalverantwortung können die Staatlichen Schulämter, in Absprache mit den Schulleitungen der Haupt- und Werkrealschulen, Kontakt zu den Lehrkräften aufnehmen, die perspektivisch nicht mehr gemäß ihrem Statusamt eingesetzt werden können. In einem Gespräch können die Staatlichen Schulämter den Lehrkräften mögliche berufliche Perspektiven aufzeigen und hierbei die Gruppe 4 mit einbeziehen.
  • Das zuständige Staatliche Schulamt bestätigt auf Antrag der Lehrkraft, dass auf Grundlage der prognostizierten Schülerzahl- und Personalentwicklungen an den Haupt- und Werkrealschulen des Schulamtsbezirkes ein Einsatz der Lehrkräfte gemäß ihrem bisherigen Statusamt voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird. Auch der mögliche Einsatz an Grundschulen wird geprüft.

Bewerbungsverfahren für die Gruppe 4

Die endgültige Feststellung, ob Lehrkräfte die Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllen, obliegt den Regierungspräsidien. Lehrkräfte können sich mithilfe eines Bewerbungsformulars um die Teilnahme am Lehrgang für einen horizontalen Laufbahnwechsel bewerben. Jeder Bewerbung ist u.a. eine aktuelle dienstliche Beurteilung und eine Mehrfertigung der Bestätigung des Staatlichen Schulamtes hinsichtlich der Feststellung der Bewerbungsvoraussetzungen beizufügen.

Die Auswahl der Lehrkräfte bei einem Bewerberüberhang erfolgt nach beamtenrechtlichen Grundsätzen (Eignung, Befähigung und fachliche Leistung). Maßgeblich für das Auswahlverfahren sind die dienstlichen Beurteilungen.

Für den Fall, dass sich mehr Lehrkräfte bewerben, als Teilnahmeplätze zur Verfügung stehen, können bei gleicher Leistung, Befähigung und Eignung mögliche Vorerfahrungen der Bewerberinnen und Bewerber an einem SBBZ bzw. mit sonderpädagogischem Arbeiten berücksichtigt werden. Eine Bewerbung ist aber auch ohne Vorerfahrungen möglich.
Bei der Auswahlentscheidung sollen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung Lehrerinnen bevorzugt zugelassen werden, soweit Frauen nach dem jeweils geltenden Chancengleichheitsplan unterrepräsentiert sind und nicht in der Person des Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. Schwerbehinderte und gleichgestellte Lehrkräfte werden beim Vorliegen insgesamt gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt zugelassen, auch wenn einzelne Eignungsmerkmale behinderungsbedingt schwächer ausgeprägt sind.

Das zuständige Regierungspräsidium stellt im Anschluss an das Bewerbungsverfahren ggf. eine Bestätigung mit einer Befürwortung über die Teilnahme der Lehrkraft am modifizierten Aufbaustudium aus. Diese Bestätigung müssen diese bis zum 15. Mai 2018 zur Einschreibung an die Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg oder Heidelberg weiterleiten bzw. dort vorlegen.

Lehrkräfte können sich bei dem für Sie zuständigen Staatlichen Schulamt bis zum 16. März 2018 unter Vorlage einer aktuellen dienstlichen Beurteilung bewerben. Es empfiehlt sich, dass bevor die Lehrkraft ihre Bewerbung einreicht, in einem Beratungsgespräch mit dem Schulamt die weitere dienstliche Verwendung der Lehrkraft geprüft wird.

In Kürze werden auf dieser Internetseite auch FAQs veröffentlicht. Sollten Sie weitergehende Fragen haben, so wenden Sie sich bitte an das zuständige Regierungspräsidium bzw. das zuständige Staatliche Schulamt. Eine Liste der jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner ist ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht.

Konzeption des Lehrgangs

Das zweijährige modifizierte Aufbaustudium wird durch die Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg durchgeführt. Zum Bestehen des modifizierten Aufbaustudiums müssen 90 Leistungspunkte erreicht werden. Das Bestehen wird auf der Grundlage der Prüfungsordnungen der Pädagogischen Hochschulen (u.a. durch Prüfungen und eine Masterarbeit) festgestellt. Für das modifizierte Aufbaustudium zugelassene Lehrkräfte müssen einen Präsenztag in der Woche an den Pädagogischen Hochschulen einplanen. Neben den Präsenzphasen sind Selbstlernphasen vorgesehen. Ein Teil der Seminarveranstaltungen findet dezentral statt. Das modifizierte Aufbaustudium erfolgt in fünf Studienbereichen.

Zur besseren Vereinbarung beruflicher und privater Belange der teilnehmenden Lehrkräfte sind dezentrale (möglichst wohnortnahe) Aspekte vorgesehen. Diese werden nachfolgend skizziert:

  • Ein Teil der Veranstaltungen der Pädagogischen Hochschulen soll dezentral und ggf. im Block stattfinden. Nach der Teilnehmerauswahl werden die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung bedarfsorientiert (in Abhängigkeit des Schwerpunkts der Wohnorte der teilnehmenden Lehrkräfte) angefragt, ob Seminarräume zur Verfügung gestellt werden können.
  • Die zugelassenen Lehrkräfte können das einwöchige Einführungspraktikum, möglichst vor Beginn des modifizierten Aufbaustudiums, wohnortnah an einem entsprechenden SBBZ der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung durchführen.
  • Das vierwöchige Blockpraktikum findet möglichst wohnortnah an dem entsprechenden SBBZ der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung statt.
  • Das vierwöchige Tagespraktikum findet möglichst wohnortnah an dem entsprechenden SBBZ der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung statt.

Das modifizierte Aufbaustudium erfolgt in den folgenden fünf Studienbereichen:

Studienbereich 1: Sonderpädagogische Grundlagen:
Im sonderpädagogischen Grundlagenstudium wird die Basis für das weitere Studium der sonderpädagogischen Handlungsfelder und der sonderpädagogischen Fachrichtungen gelegt. Die Studierenden sollen Wissen erwerben zu:
Entwicklung, Sozialisation, Lebenswelt, Erziehung und Bildung, einschließlich philosophisch, anthropologischer, vergleichender, historisch-kritischer Fragen; Professionalität einschließlich Berufsidentität; Systeme und Strukturen.

Studienbereich 2: Sonderpädagogisches Handlungsfeld:
Die sonderpädagogischen Handlungsfelder sind fester Bestandteil des regulären Studiums (Bachelor- und Masterabschluss) und der zweiten Phase (Vorbereitungsdienst) der Ausbildung für das Lehramt Sonderpädagogik. Auch im modifizierten Aufbaustudium sind die sonderpädagogischen Handlungsfelder von Bedeutung. In den sonderpädagogischen Handlungsfeldern sollen den teilnehmenden Lehrkräften zusätzliche sonderpädagogische Kompetenzen vermittelt werden. Die sonderpädagogischen Handlungsfelder beziehen das Arbeiten in außerunterrichtlichen (z. B. Frühförderung, Schulkindergarten, sonderpädagogischer Dienst) sowie in institutionsübergreifenden Bereichen (z.B. inklusive Bildungsangebote, Vorbereitung auf Ausbildung und Erwerbsarbeit) mit ein. Darüber hinaus können die Lehrkräfte spezifische sonderpädagogische Themen (z.B. Sprache und Kommunikation, Leiblichkeit, Bewegung und Körperkultur) in den sonderpädagogischen Handlungsfeldern vertiefen.

Studienbereich 3: Erste sonderpädagogische Fachrichtung:
Die teilnehmenden Lehrkräfte wählen aus den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Lernen“, „emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „körperliche und motorische Entwicklung“ aus. Die Studieninhalte der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung sind in pädagogische, didaktische, diagnostische und psychologische Bereiche untergliedert.

Pädagogischer Bereich: Die teilnehmenden Lehrkräfte lernen u.a. die gängigen medizinisch-psychologischen Klassifikationen (ICF; ICD 10; ICD-CY) sowie verschiedene wissenschaftstheoretische Zugänge zum Behinderungsbegriff kennen. Sie erhalten einen Überblick über die historische Entwicklung der sonderpädagogischen Institutionen. Sie lernen die aktuellen institutionellen und organisatorischen Bildungs- und Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten sonderpädagogischen Bildungs- und Unterstützungsanspruch sowie deren rechtliche Grundlage kennen.

Didaktischer Bereich: Die teilnehmenden Lehrkräfte lernen die Grundlagen und Prinzipen zur Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Bildungsanspruch kennen. Verschiedene Organisationsformen (Unterricht an einem SBBZ, in kooperativen Organisationsformen, in inklusiven Bildungsangeboten) des Unterrichtes werden hierbei berücksichtigt. Das Kennenlernen von fachwissenschaftlichen Konzepten zur Vermittlung von Kompetenzen in den Kulturtechniken gehört gleichermaßen in den didaktischen Bereich, wie Konzepte zur Vorbereitung auf das nachschulische Leben.
Diagnostischer Bereich: Die sonderpädagogische Diagnostik gehört zu den Kernkompetenzen von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Die teilnehmenden Lehrkräfte lernen die Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen diagnostischer Zugangsweisen im Hinblick auf die unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte kennen. Sie erfahren Möglichkeiten der fragestellungsbezogenen diagnostischen Vorgehensweise, der Auswahl geeigneter Erhebungsinstrumente und die Einbindung ihrer Erkenntnisse in ein Konzept der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung. Die Auswahl, Durchführung und Interpretation standardisierter Testverfahren (Entwicklungs- und Intelligenztest) wird umfassend bearbeitet.

Psychologischer Bereich: Die teilnehmenden Lehrkräfte lernen Grundlagen der Sozialisation und Personalisation - auch unter den Verhältnissen einer Behinderung, Beeinträchtigung oder Benachteiligung - kennen. Es werden psychologische Konzepte der Entwicklungsförderung sowie Konzepte für pädagogisch-psychologische Interventionen bei Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Bildungsanspruch vermittelt.

Studienbereich 4: Zweite sonderpädagogische Fachrichtung:
Als zweite sonderpädagogische Fachrichtung kann jede weitere angebotene sonderpädagogische Fachrichtung studiert werden. Auch hier sind die Studieninhalte in pädagogische, didaktische, diagnostische und psychologische Bereiche untergliedert. Zu den Inhalten der Bereiche siehe die Ausführungen zur ersten sonderpädagogischen Fachrichtung.

Studienbereich 5: Masterarbeit:
In der wissenschaftlichen Arbeit weisen die teilnehmenden Lehrkräfte nach, dass sie in der Lage sind, ein Thema, auch in Form eines Projekts, selbstständig wissenschaftlich zu bearbeiten und auszuwerten. Das Thema kann aus den sonderpädagogischen Grundlagen, den studierten sonderpädagogischen Handlungsfeldern oder aus der ersten oder zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung gewählt werden.

Organisation der Praktika:
Einführungspraktikum:
Vor Beginn der Maßnahme führen die interessierten bzw. zugelassenen Lehrkräfte ein maximal einwöchiges Praktikum an einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum ihrer gewählten ersten sonderpädagogischen Fachrichtung durch. Hierdurch sollen ihnen erstmalige oder vertiefte Einblicke in die Schulart SBBZ ermöglicht und die Lehrkräfte in ihrer Entscheidung zur Teilnahme an der Maßnahme gestärkt werden.

Praktikum der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung:
Dieses vierwöchige Blockpraktikum findet in einem SBBZ in der gewählten ersten sonderpädagogischen Fachrichtung statt.

Praktikum der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung:
Dieses Praktikum soll als Tagespraktikum (20 Tage) in einem SBBZ der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung durchgeführt werden. Geplant ist, einen Teil der Praktikumstage während der vorlesungsfreien Zeit durchzuführen.

Die Einführung in die Laufbahn erfolgt auf Grund der im Studium vermittelten tiefen und ausdifferenzierten Kenntnisse und Fähigkeiten und im Rahmen der während des modifizierten Aufbaustudiums vorgesehenen Praktika. Mit der erfolgreichen Teilnahme am modifizierten Aufbaustudium ist die Einführung in die Laufbahn abgeschlossen.

Die erfolgreiche Teilnahme am modifizierten Aufbaustudium ist Voraussetzung für den Erwerb der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Sonderpädagogik (SPO II). Für die Teilnahme an dieser Maßnahme erhalten Lehrkräfte sechs Anrechnungsstunden auf ihr Deputat pro Jahr.
Reisekosten werden gemäß der Regelungen in § 22 in Verbindung mit § 23 Landesreisekostengesetz zu 50 % erstattet und über die SSDL, Abt. SoS abgerechnet.

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